5.

Da liegt man nun. Sonntagmorgen, die Vögel zwitschern draussen. Dreht sich noch einmal im kuschligen Bett um. Ein Arm wird um Dich gelegt, er zieht dich fest an seinen Körper. Du schliesst deine Augen, fühlst dich sicher und aufgehoben. Das regelmässige Herzklopfen, das am Rücken zu spüren ist, der leise Atemzug an deinem Nacken.

Wie kann man nur so verliebt sein? So glücklich und unbeschwert? Und du dir einfach vorkommst, als wärst du in einem dieser Superträume. Wo die Liebe einfach alles besiegt. Dieser eine Mensch das einzige ist. Man das Risiko hinnimmt, komme was wolle. Einfach nur liebt und diese Tüte voller Träume mit sich trägt.       

Und heute, da kam nun dieser Moment. Dieses Gefühl, wo du plötzlich merkst, dass dir wirklich das Herz herausgerissen wurde und nur noch ein schwarzes Loch übrig blieb. Ein leeres kaltes Loch.  

Ich beginne das alles erst heute und jetzt zu verstehen, in dem Moment, wo eigentlich dieses Herzklopfen sein sollte. Dieses warme aufkommende Gefühl in deiner Bauchgegend sich einfach nicht ausbreitet. Diese unglaublichen Glücksgefühle, die normalerweise hochkommen aber einfach ausbleiben. Diese Emotionen ein Lächeln auf deinem Gesicht verursachen und deine Augen aufstrahlen lassen sollten. Doch es kommt rein gar nichts. Nicht mal ein Zucken deines Mundwinkels. Da ist nur dieses dumpfe Gefühl. 

Da frag ich mich, was daraus geworden ist. Aus diesem Wunsch, das Leben zu Zweit zu führen. Gemeinsam stärker zu sein, zusammen nach rechts und links zu schauen. Hand in Hand. Alles zu teilen. Sich zu lieben. In guten wie auch in schlechten Zeiten. Die Stürme, die Kämpfe, die Tränen, die doch immer das Feuer entfachen.  

Und plötzlich ist er nun da dieser Moment. Wo das Alleinsein dein liebster Ort ist. Man alles dafür gibt, die Einsamkeit für sich geniesst. Am Abend inmitten der tausenden Kissen und Decken es sich bequem macht und die Augen schliesst, die Schritte von obenan hört.

Und sich doch vorstellt, wie es wäre, wenn...dieser Arm um deine Hüfte geschlungen würde, diese aufkommende Wärme und diese tiefe Verbundenheit, die sich in dir ausbreiten würde. Und die Narben auf deiner Seele nicht mehr wehtun.