Träume

Ich bin mein eigener schlimmster Kritiker. Ich bin tagtäglich härter zu mir selbst, als ich jemals zu jemand anderen sein würde. Das kann gut sein, manchmal. Denn ich bin sehr vorsichtig mit Dingen, die ich in die Welt da draussen abgebe und ich möchte immer einen gewissen Standart garantieren. Vor allem für mich selbst.

Aber manchmal uff, da bin ich mein ärgster Feind! Ich bin so selbstkritisch, auf der Suche nach Perfektion, auch wenn es bereits perfekt ist. Wie genau jetzt, als ich das hier schreibe. Ich habe eine brilliante Idee und sie ist eigentlich schon perfekt. Naja, brilliant, fast ein wenig übertrieben.. oder?

 

Eigentlich, naja und ein wenig übertrieben.. Und da sind wir bereits wieder. Negativität.

Wie oft erwische ich mich dabei, eine Idee zu hinterfragen. Hinterfragen ja sicherlich, aber auf welche Art? Meistens malt man sich das schlimmste bereits im Vorhinein aus. Wenn wir von negativen Gedanken und Gefühlen verzehrt werden, ist es schwierig, uns in den gegenwärtigen Moment zurückzuversetzen. Wenn der Verstand eine katastrophale Schlussfolgerung gezogen hat, müssen wir die Wahrheit in Frage stellen. Was ist das absolut Schlimmste das passieren könnte? Normalerweise ist das Schlimmste was passieren kann gar nicht so schlimm oder extrem unwahrscheinlich.

 

Das Schlimmste was Dir passieren kann ist, dass gar nichts passiert. Oder nicht? You never lose. Either you win or you learn. Es kommt immer auf die Perspektive an.

 

Wieso

Aber wieso ist es leichter, sich der Negativität anzunehmen als dem Positiven? Angst vielleicht, unserer Intuition zu folgen, weil wir glauben, dass das mit viel Arbeit verbunden sein wird? Oder weil es einfacher ist? Eventuell weniger aufwändig? Weniger kräftezerrend?

 

Ich habe mir oft eingeredet, dass ich von Anfang bis Ende einen Plan haben muss, den ganzen Weg sehen muss bis dorthin, um (m)ein Ziel zu verwirklichen. Das wird uns ja auch in der Schule eingetrichtert. Bei mir fing das schon früh an, als ich meine kaufmännische Lehre mit Matur in der Bank beendete. Bis ich mich überhaupt entscheiden konnte, was ich überhaupt für einen Lehrgang machen will verging eine Ewigkeit. Von Bäckerin über Dentalassistentin, Krankenschwester oder doch lieber eine kaufmännische Bürolehre? Wie wärs eventuell mit Drogistin? Malerin?

Das war eine Qual diese ganze Sache. Noch heute wenn ich Vorstellungsgespräche (vorwiegend im kaufmännischen Bereich) habe. Wenn dir zwei schick angezogene Männer mit Schlips und Co gegenüber sitzen und die mich im allerernst fragen, wo ich mich den in den nächsten 5 Jahren sehe. 

Ich überlege es mir jedesmal im Vorhinein, weil mir bewusst ist, dass diese Frage bestimmt kommt. Habe ich jemals eine Antwort? Nein. Was ich weiss ist, was ich nicht will. (Okay vielleicht nicht das passende Verb "will", eher ich weiss nicht, was ich geplant habe. Keine Pläne, nein, nichts).

Und zwar erstens diese Frage beantworten beziehungsweise diesen fremden Menschen eine Lüge auf den Tisch legen. Zweitens: Kinder, verheiratet oder irgendwo in den Flitterwochen sein. Nein, nicht auf meiner 5-Jahres-Wishlist. Irgendeine geplante Weiterbildung oder Schule? Nein gerade nicht, da mich meine letzte Weiterbildung zur Direktionsassistentin mit eidgenössischem Fachausweis (klingt ultra fancy!) eher in den finanziellen Ruin gebracht hat als irgendwo in ein klimatisiertes Büro neben einem heissen Chef, dem du Kaffee servierst und seinen ganzen Arbeitsalltag planst und handelst. Eine unterstützende Funktion, das will ich. Das mach ich gern und bin ich gut drin. Ich helfe gerne anderen Menschen und mache ihnen den Alltag schöner, einfacher. Das wärs dann aber schon mit was ich will oder mir vorstelle.

At least one thing.

#bepositive und so.